Lichtenau (ar). Im vergangenen Jahr blickte die Freiwillige Feuerwehr Lichtenau auf 150 Jahre Bestehen. Am Samstagabend feierte die große Lichtenauer Feuerwehrfamilie mit zahlreichen Freunden aus dem ganzen Landkreis Rastatt in einem Festakt ihr Jubiläum.

Mit dem „Kaiserin Sissi“ Marsch eröffnete die Trachtenkapelle Lichtenau unter Leitung von Andreas Rauber den unterhaltsamen Festabend in der Lichtenauer Stadthalle. „Eigentlich seid ihr ja nun schon 151 Jahre alt“, sagte Fritz Kühnle, der in alter Feuerwehruniform und im Hanauer-Dialekt amüsant durch den Abend führte. Begonnen hat die Geschichte der Feuerwehr Lichtenau am 7. Dezember 1868 auf Antrag von 135 Bürgern. Durch die Kreisreform im Jahre 1971 wurden die Feuerwehr Lichtenau und die Wehren der bis dahin selbständigen Gemeinden Scherzheim, Ulm, Muckenschopf und Grauelsbaum sowie der Stadt Lichtenau Gesamtwehr Lichtenau zusammengeschlossen. Die Feuerwehr Lichtenau war somit nur noch eine Abteilungswehr. An die 150-jährige Geschichte erinnerte Stadtkommandant Rolf Müller in einer Zeitreise mit teils originellen Anekdoten.

Dass auch die Jugend von Lichtenau für das Ehrenamt Feuerwehr zu begeistern ist, zeigten Jugendfeuerwehrwart Benjamin Boschert und seine Truppe mit einer heiteren Art von Disziplin. Die Mädchen des TV Lichtenau begeisterten mit atemberaubenden Rhönradvorführungen sowie dem „Tanz der Wahrsager“ unter Leitung von Julia Stengel und Ramona Schmidt. Gesanglich unterhielt die Chorgemeinschaft Lichtenau/Schwarzach unter Leitung von Almut Grißtede mit einem Lobgesang auf St. Florian und dem „Nachtwächterlied“.

„Ohne die Männer und Frauen unserer Feuerwehr, die oft einen großen Teil ihrer Freizeit opfern, mit Herzblut bei der Sache sind und in den Einsätzen oftmals ihre Gesundheit und nicht selten ihr Leben auf Spiel setzen, hätten wir alle ein großes Problem“, sagte Bürgermeister Christian Greilach, der an einige Großbrände in Lichtenau erinnerte und seine Wertschätzung zum Ausdruck brachte. Grußworte überbrachte in Vertretung des Landrats Dr. Jörg Peter, der zum Jubiläum das Glaswappen des Landkreises Rastatt überreichte.

Insgesamt 290 Jahre aktiven Feuerwehrdienst ehrte Kreisbrandmeister Heiko Schäfer im Rahmen des Festaktes. Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber des Landes Baden-Württemberg überreichte er für 25 Jahre aktiven Dienst an Torsten Herrmann, Mario Hofmann, Andreas Hofmann und Rainer Weisenburger. Das Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Einsatzdienst erhielt Norbert Bertsch. „Ihr habt ein Drittel der 150-jährigen Feuerwehrgeschichte in Lichtenau mitgeprägt“, lobte Schäfer Gerhard Walther, Joachim Haag und Arno Nöltner, die für 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst das Feuerwehrehrenzeichen in Gold in besonderer Ausführung des Landes Baden-Württemberg erhielten.

„Die Feuerwehren im Landkreis sind eine starke Gemeinschaft, eine starke und lebendige Gemeinschaft ist auch die Feuerwehr in Lichtenau“, sagte Jürgen Segewitz, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Rastatt, der die Verbandsehrennadel in Bronze für zehn Jahre Schiedsrichtertätigkeit an Harald Fraß und Rolf Müller verlieh. Mit der Verbandsnadel in Gold würdigte er die besonderen Verdienste von Andreas Ludwig, der seit 30 Jahren den Feuerwehrnachwuchs im Landkreis Rastatt ausbildet und 20 Jahre lang als stellvertretender Kommandant tätig war.

Er wurde im Rahmen des Festaktes auch unter großem Beifall verabschiedet, ebenso Rainer Frietsch, langjähriger Abteilungskommandant in Muckenschopf. Im Rahmen eines Festaktes die Beförderungsurkunde zu erhalten, ist etwas Besonderes. Hierüber durften sich David Bahim, Kemal Ulas, Alexander Fraß, Simon Pfeifer, Daniel Burgert, Rolf Krämer, Stadtkommandant Rolf Müller und der stellvertretende Stadtkommandant Roland Fraß freuen.

 

Foto: Kreisbrandmeister Heiko Schäfer (hinten links), Bürgermeister Christian Greilach (dritte Reihe rechts) und Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Jürgen Segewitz (dritte Reihe Zweiter von rechts) gratulieren den geehrten aktiven Kameraden.

 

Foto von rechts nach links: Harald Fraß (Abteilungskommandant Ulm), Oliver Schmidt (Abteilungskommandant Grauelsbaum), Rolf Wagner (Abteilungskommandant Scherzheim) und Simon Pfeifer (Abteilungskommandant Muckenschopf) schenken ihrem Kameraden von der Jubiläumswehr, Abteilungskommandant Stefan Schneider, ein Fahnenbanner.