Gaggenau (fmb)

Nachdem im März die Veranstaltung wegen Corona abgesagt werden musste, wurde diese nun nachgeholt. Allerdings wurde aus einem Abend zwei Abende. Das städtische Kulturamt begann ihr Herbstprogramm, nach der Corona-Zwangspause, auf der Gaggenauer „Klag-Bühne“ mit dem Kabarettisten Günter Nuth. Das bereits ausverkaufte Kabarett „Rett‘ ich alles?“ war nun auf zwei Abende aufgeteilt. Unter strengen Hygienevorschriften und mit genügend Abstand. Dies tat aber der Stimmung keinen Abbruch. Der ehemalige Berufsfeuerwehrmann aus Düsseldorf brillierte mit seiner zweistündigen Show genial und brachte schnell das Publikum in Stimmung. Mit seinen erlebten Erfahrungen ob Tierrettung, Wohnungsbrand oder auch im Bereich des Rettungsdienstes nahm er so manches und manchen auf die Schippe. Er prüfte aber auch ebenso das Vertrauen der Anwesenden, meist Feuerwehrangehörige, zu ihren Kameraden. Dazu holte er sich mal schnell vier Besucher auf die Bühne. Bei seinem Wohnungsbrand in fünf Akten spielte er alle Rollen selbst. Von den Betroffenen, das Feuer, den Rauch oder Rauchmelder, bis hin zum vergessenen Feuerlöscher. Eine wahre sportliche Marathonleistung legte er dabei auf die Bretter der „Klag-Bühne“. Nein, nach einem Zimmerbrand tapeziert die Feuerwehr anschließend nicht, erklärte er. In einem nicht nachsprechbaren Wortschwall probierte er auch seiner Geliebten, das durch den Piepser abgebrochene Liebesspiel zu erklären und hoffte auf die Wiederaufnahme desgleichen.

Bei dieser Show konnte man den Besuchern in den Gesichtern eigene Erfahrungen ablesen und sich in die Lage von Günter Nuth in den einzelnen Szenen zu versetzen. Allerdings ist dieses Programm auch für Jedermann nachvollziehbar. Am Ende seines Programmes gab es noch seinen unnachahmlichen erotischen Tanz an der Stange. Kaum beschreibbar aber sehenswert. Leider konnten einige Feuerwehrangehörige dieses Erlebnis am ersten Abend nicht mehr genießen. Just zum Beginn des Stangentanzes ertönten real die Meldeempfänger der Gaggenauer Kernstadt und ein mehrstündiger Einsatz begann. Ein Auto brannte in einer öffentlichen Tiefgarage. So ist es bei der Feuerwehr, man weiß nie wann es ernst wird. Auch bei einem Kabarett.

Zum ersten Mal zeigte Nuth sein Programm im nordbadischen Raum. Wahrscheinlich aber nicht zum letzten Mal, denn zwei weitere Soloprogramme hat er noch in seiner „Blaulichtshow“ auf Lager. Im Raum Rastatt ist Nuth auch bekannt als Psychotraumatologe bei der Ausbildung des EinsatzNachsorgeTeam (ENT) des Kreisfeuerwehrverbandes Rastatt. Neben diesen ernsten Themen hat er den Humor zum Ausgleich nicht vergessen und dies zeichnet ihn aus. Eine gesunde Mischung, auch in seinem Leben.

Infos: nuth@nuth.de