Nach rund zweijähriger Aufbauphase kann nun das EinsatzNachsorgeTeam (ENT) des Kreisfeuerwehrverbandes Rastatt an den Start gehen.

Die Aufgabe des Teams ist  Feuerwehrangehörige nach traumatischen Einsätzen zu betreuen und ihnen Hilfestellung nach einem nicht alltäglichen Einsatz zu geben, so dass diese wieder in das ‚normale‘ Leben und ihren Familien, ohne bleibende psychische Schäden, zurückkommen können. Hierbei wird eng zusammen mit dem Notfallkrisenteam und der Notfallseelsorge gearbeitet. In diesen Fällen besetzt das ENT die Position als sogenannte „Peers“. (Ein Peer hat immer entsprechende Einsatzerfahrung und durch diese gleiche Basis einen besseren Zugang zu den betroffenen Kollegen.) Im Landkreis Rastatt versehen rund 4700 Frauen und Männer ehrenamtlich ihren Dienst in Freiwilligen-, Betriebs- und Werkfeuerwehren

. Das Team besteht aus 22 Angehörigen aus acht verschiedenen Feuerwehren des Landkreises Rastatt. Dies sind Frauen und Männer welche aktiven Dienst in ihren Feuerwehren leisten und sich zusätzlich für diese Aufgabe einbringen möchten. Hierzu befinden sie sich in einer guten Ausbildung und lassen sich von einem erfahrenen Psychotraumatologen, Günter Nuth, der Berufsfeuerwehr Düsseldorf ausbilden. Die Seminare bilden die Basis für zukünftige Einsätze des ENT.

Beim letzten Zweitagesseminar vermittelte Nuth unter anderem den Umgang mit Suizidanten, Nachbesprechungen, einzeln oder in der Gruppe, sowie die Grenzen der Betreuung. Erläutert wurden auch die Einsatzsignaturen wie auch die Demobilization, das Defusing, das Debriefing und das One-on-One-Gespräch. Auch das Überbringen von Todesnachrichten stand auf dem Seminarplan.

Geübt wurde in Rollenspielen.

Dabei gab Nuth, der trotz der schweren Themen das Seminar kurzweilig gestaltete, praktische Tipps.

„Von uns, für uns“, meinte Kreisbrandmeister Heiko Schäfer bei einer Stippvisite. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Es ist ein großes Team geworden, welches ein gemeinsames Ziel hat, ihren Kameraden zu helfen“, so Schäfer.

Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Jürgen Segewitz ist stolz auf die Truppe, welche sich in kürzester Zeit zusammen geschweißt hat. „Alles wird geübt, wie die Technik die in den Fahrzeugen steckt, das Löschen und das Retten von Menschen. Nun haben wir auch eine Einheit die für unsere Seele gut tut“, so Segewitz. Er empfiehlt den Feuerwehrangehörigen dieses Team auch in Anspruch zu nehmen, denn Diskretion, Verschwiegenheit und eine gute Beratung wird gewährleistet. Streng nach dem Motto: „Was kann Dir jetzt gut tun?“, nach einem belastenden Einsatz. Belastende Einsätze können normale Reaktionen auf unnormale Ereignisse auslösen. Geleitet wird das Team von Michael Bracht und Andreas Lehmann. Das ENT wird dann über den Notruf 112, bei der integrierten Leitstelle Mittelbaden, zu erreichen sein. Ganzjährig und 24 Stunden täglich.

Aktueller TV-Beitrag:

https://baden-tv.com/feurwehrleute-helfen-sich-gegenseitig