Am Samstag, 31. Oktober 2020 war der letzte Ausbildungstag in der Atemschutzübungsanlage im Feuerwehrhaus Kuppenheim. Dort fand vom 29. – 31. Oktober 2020 der letzte Lehrgang für Atemschutzgeräteträger der Gemeinde- und Werkfeuerwehren statt. Alle Teilnehmer haben das Lehrgangsziel erreicht.

Aufgrund der bevorstehenden Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Feuerwehrhaus Kuppenheim geht die Anlage nun außer Betrieb. Nach einer umfassenden Prüfung aller Alternativen hat man sich künftig für eine gemeinsame Übungsanlage mit dem Stadtkreis Baden-Baden entschieden.

Als die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg im Jahr 1988 die Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern in Bruchsal einstellte, wurde unter der Leitung des damaligen Kreisbrandmeisters Oskar Stahlberger sowie dem Kommandanten Theo Kastner die Atemschutzübungsanlage für den Landkreis Rastatt im Feuerwehrhaus Kuppenheim eingerichtet. Mit offiziellem Start 1989 übernahm Rudi Böhnert die Funktion des Atemschutzverantwortlichen und steuerte fortan den operativen Übungs- und Ausbildungsbetrieb in der Übungsanlage. Ihm folgten Franz Utz (1996 – 2015) und Sofian Barkaoui (seit 2015).

In den über 30 Jahren des Ausbildungs- und Übungsbetriebs wurden insgesamt 2.401 Feuerwehrangehörige in 201 Lehrgängen zu Atemschutzgeräteträgern ausgebildet. An den jährlich durchzuführenden Belastungsübungen nahmen in der Zeit knapp 16.000 Feuerwehrangehörige teil.

Insgesamt 27 Ausbilder der Gemeinde- und Werkfeuerwehren im Landkreis Rastatt, davon sieben von der Feuerwehr Kuppenheim, bildeten in den drei Jahrzenten die Feuerwehrangehörigen aus. Die derzeit 9 aktiven Ausbilder werden durch ein Trainerteam der Feuerwehr Kuppenheim ergänzt, welche die jährlichen Belastungsübungen durchführten.

„Eine Erfolgsgeschichte geht zu Ende!“, bilanzierte der Erste Landesbeamte Dr. Jörg Peter und dankte auch im Namen des Landrats der Feuerwehr Kuppenheim sowie der Stadtverwaltung für das jahrzehntelange Engagement im Bereich der Ausbildung unserer Feuerwehren. Zugleich hofft er auf eine Fortführung dieser Erfolgsgeschichte in der künftigen gemeinsamen Atemschutzübungsanlage von Stadt- und Landkreis in Baden-Baden, die ein weiteres Beispiel für eine kreisübergreifende interkommunale Zusammenarbeit in der Region darstelle.

„Es ist schon ein Moment, der einen mit Wehmut erfüllt!“, so Kreisbrandmeister Heiko Schäfer bei seinem Besuch des letzten Lehrgangs für Atemschutzgeräteträger in der Kuppenheimer Übungsanlage. Was hier in den 31 Jahren geleistet wurde, verdiene absoluten Respekt und Anerkennung. Dank des Engagements und der Kompetenz der Verantwortlichen, konnten in den Sommermonaten trotz Corona-Pandemie noch diverse Ausbildungsmaßnahmen sowie Belastungsübungen auf Basis eines strengen Hygienekonzepts durchgeführt werden.

Mit Blick auf die künftige gemeinsame Einrichtung hofft Schäfer, mit dem bewährten Ausbilder- und Trainerteam weitermachen zu können. Die Planungen für die neue Anlage in Baden-Baden laufen auf Hochtouren. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Inbetriebnahme im 2. Halbjahr 2021.

Ausbilderteam mit den Atemschutzverantwortlichen Franz Utz (ganz links) und
Sofian Barkaoui (ganz rechts)

Lehrgangsteilnehmer bei der s.g. U-Bootübung