Der Kreisfeuerwehrverband Rastatt ist Dachverband und Interessenvertreter für 4.597 Frauen und Männer, Mädchen und Jungen, die sich im Landkreis Rastatt in den Feuerwehren engagieren – 2.289 von ihnen in den Einsatzabteilungen. In der Verbandsversammlung, die am Dienstagabend in der Festhalle in Langenbrand stattfand, stellte der Verband die Weichen für die Zukunft. Zum Verbandsvorsitzenden wählte die Versammlung mit großer Mehrheit Jürgen Segewitz, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Sinzheim. Er tritt in die Fußstapfen des aus beruflichen Gründen scheidenden Mirko Lipinski.

Der Musikverein Langenbrand eröffnete unter Leitung von Dirigent Adrian Bauer die Versammlung. Fast 130 Delegierte waren gekommen, die von Gastgeber und Kommandant der Forbacher Feuerwehr Ralf Merkel und seinen Kameraden bewirtet wurden.

Wechsel im Vorstand

Abschied und Neubeginn überschatteten die Versammlung, denn nach zehn Jahren mussten sich die Feuerwehrangehörigen des Landkreises Rastatt von ihrem Verbandsvorsitzenden Lipinski trennen. Vieles hatte er in dieser Zeit bewegt: das Brandschutzmobil wurde eingeführt, die kreisweiten Ehrungen neu definiert, das Thema Jugendschutz und alternative Löschmittel behandelt und die Feuerwehrarbeit transparenter gestaltet. „Du bist mit Leib und Seele Feuerwehrmann, hast immer neue Ideen und dich nie gescheut, auch unangenehme Themen anzusprechen“, sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Hans-Günter Beierlein zur Verabschiedung. Kreisbrandmeister Heiko Schäfer würdigte ihn mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

In seinem letzten Jahresbericht lobte Lipinski die Jugendarbeit im Kreisfeuerwehrverband Rastatt. Sie sei Garant für den Nachwuchs in den Feuerwehren. Er appellierte an das Land Baden-Württemberg, das Engagement in der Feuerwehr besser zu würdigen und in der Ehrenordnung bereits Bronze nach zehn Jahren Einsatzdienst zu verleihen, bisher waren es 25 Jahre. Kritik übte er am Landes-Hinweispapier zur „Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr“. Dieses sollte an die heutigen Gegebenheiten und Veränderungen angepasst werden. Ziel sollten verbindliche  Aussagen sein was den Mindestbestand einer Feuerwehr anbelange, so Lipinski. Auf Kreisebene appellierte er an ein Umdenken in der Ausbildung und in Bezug auf die Prüfungen im Atemschutzbereich. Die Wartung und Prüfung der Atemschutzgeräte sollte in den Händen des Landratsamtes liegen, um die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen zu garantieren.

Positive Berichte überbrachten Karl-Friedrich Fers, Kreisobmann der Alterskameraden, und Kassier Albin Koch.

Bei den anstehenden Neuwahlen, denen eine Satzungsänderung zur Anpassung der Zahl der stellvertretenden Vorsitzenden vorausging, wählte die Versammlung Jürgen Segewitz zum neuen Verbandsvorsitzenden. Neu im Verbandsvorstand sind die beiden Stellvertreter Frank Rieger (FFW Gaggenau) und Heiko Fehlau (FFW Hügelsheim). Zum Geschäftsführer wurde Roland Hänel (FFW Rastatt) bestellt. Verabschiedet wurde der bisherige Stellvertreter Jens Jörger, der sein Amt aus privaten Gründen niederlegte.„Die Art, wie Sie Ihre Freizeit verbringen, ist eine äußerst ehrwürdige“, lobte die Forbacher Bürgermeisterin Katrin Buhrke die Arbeit der Feuerwehren. Die Feuerwehren leisteten eine elementar wichtige Arbeit für die Sicherheit und zum Schutz der Bevölkerung, sagte Landrat Jürgen Bäuerle, der insbesondere auch die generations- und gemeindeübergreifende Zusammenarbeit lobte. „Sie machen das Leben der Bürger im Landkreis Rastatt sicher“, würdigte CDU-Landtagsabgeordnete Sylvia Felder in ihren Grußworten.

Ehrungen

Im Mittelpunkt der Hauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Rastatt standen Feuerwehrangehörige und Menschen, die seit Jahren das Ehrenamt Feuerwehr leben und unterstützen. Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Bronze überreichte Verbandsvorsitzender Mirko Lipinski an Thomas Hofmann (FFW Rheinmünster), die Ehrennadel in Silber an Thomas Arnheiter (FFW Rheinmünster) sowie an Armin Wild (FFW Gernsbach), die Ehrennadel in Gold an Hans-Georg Arnold (FFW Gernsbach) sowie an Ewald Bähr (FFW Gernsbach).

HV 2017 Ehrungen

Mit der Ehrenmedaille in Silber des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg wurde Landrat Jürgen Bäuerle ausgezeichnet. „Sie waren von Anfang an für den Kreisfeuerwehrverband Rastatt ein verlässlicher Ansprechpartner, der durch seine Präsenz bei zahlreichen Veranstaltungen seine Wertschätzung für unsere Arbeit gezeigt hat“, lobte Lipinski. Auf Drängen des Landrats sei die Integrierte Leitstelle Mittelbaden geschaffen worden, welche von Anfang an immer mit mindestens einem Vertreter aus dem Feuerwehrbereich besetzt wurde, so Lipinski.

Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber überreichte der Verbandsvorsitzende an Hilmar Schmauch (FFW Rastatt), der seit 40 Jahren sein Ehrenamt in der Feuerwehr einbringt und seit 18 Jahren die Abteilung Rauental als Kommandant leitet. Die höchste Auszeichnung, mit der ein Feuerwehrangehöriger gewürdigt werden kann, ist das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold, das an diesem Abend Erich Huck (FFW Kuppenheim) unter stehendem Beifall der Feuerwehrkameraden aus dem Landkreis Rastatt erhielt. Er ist seit 50 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und war insgesamt 36 Jahre als Stellvertreter und Kommandant aktiv. Zudem war er 40 Jahre lang als Kreisausbilder tätig und seit 1989 Verantwortlicher für die Atemschutzübungsanlage des Landkreises in Kuppenheim. Huck wurde zudem zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes Rastatt ernannt.